New York

ÔĽŅ
New York

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1New York ['nju:'j…Ē:k ]:
Stadt in den USA.
2New York ; - -s:
Bundesstaat der USA.

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I
New York
 
[njuňź 'j…Ēňźk], Abk√ľrzung N. Y., postamtlich NY, Bundesstaat im Nordosten der USA, grenzt an Kanada, 141 080 km2, (2000) 18,977 Mio. Einwohner (1800: 589 000, 1850: 3,10 Mio., 1910: 9,11 Mio., 1960: 12,78 Mio., 1980: 17,56 Mio. Einwohner). Verwaltung: 62 Verwaltungsbezirke (Countys), von denen f√ľnf die Stadt New York bilden. Hauptstadt ist Albany.
 
 
Verfassung von 1894 (zahlreiche √Ąnderungen), Senat mit 60, Repr√§sentantenhaus mit 150 Mitgliedern Im Kongress ist New York durch zwei Senatoren und 31 Abgeordneten vertreten.
 
Landesnatur:
 
Die Landschaften sind vielgestaltig. Die Adirondacks im Norden (bis 1 629 m √ľber dem Meeresspiegel) sind ein Teil des Kanadischen Schilds. Tiefl√§nder mit glazialen Formen finden sich besonders am Ontario- und Eriesee. Die Appalachenplateaus im S√ľden erreichen 1 281 m √ľber dem Meeresspiegel (Catskill Mountains). Die T√§ler des Hudson River und des Mohawk River (Hudson-Mohawk-Furche) sind eine bedeutende Verkehrsleitlinie zwischen Atlantik und den Gro√üen Seen. Das Klima ist k√ľhlgem√§√üigt und feucht. Durch Kaltlufteinbr√ľche k√∂nnen die Temperaturen stark absinken; selbst im Stadtgebiet von New York wurden Extremwerte von ‚ÄĒ26 ¬ļC gemessen. Fast die H√§lfte der Fl√§che ist waldbedeckt.
 
 
Der Anteil der Weißen belief sich 1990 auf 74,4 %, der der Schwarzen auf 15,9 %, der Asiaten auf 3,9 %, andere 5,8 %. In Städten leben (1990) 84,3 % der Bevölkerung, allein in New York City 47 %; nächstgrößte Städte sind Buffalo, Rochester, Yonkers, Syracuse und Albany.
 
 
Die Landwirtschaft ist mit Milchwirtschaft, Gefl√ľgelhaltung, Anbau von Kartoffeln, Gem√ľse und Obst besonders auf den Absatz in den Gro√üst√§dten ausgerichtet. In der industriellen Produktion steht New York hinter Kalifornien an 2. Stelle. Druckereien, Verlage und Bekleidungsindustrie finden sich besonders in der Stadt New York, daneben sind u. a. Rochester, Buffalo und Syracuse bedeutende Industriezentren. New York verf√ľgt √ľber eine gute Verkehrserschlie√üung (New York State Barge Canal, hervorragende Highways, Eisenbahnen) und Infrastruktur, 18 Universit√§ten und Akademien. Ziele des Fremdenverkehrs sind v. a. die Adirondacks mit Lake Placid, die Finger Lakes u. a. Seen und die Niagaraf√§lle.
 
 
Die niederl√§ndische Kolonie Neu-Niederland wurde 1664/67 an England abgetreten und, nach der Abtrennung von New Jersey, in New York umbenannt. 1685 wurde New York Kronkolonie, 1688/89 war es Teil des Dominion of New England (Neuengland). In der Unabh√§ngigkeitsbewegung war New York zwischen Radikalen und Loyalisten gespalten; die strategische Aufgabe, die Revolutionszentren in Neuengland und Virginia zu trennen, scheiterte mit der britischen Niederlage bei Saratoga (17. 10. 1777. Noch im gleichen Jahr nahm New York die erste Staatsverfassung an und ratifizierte am 26. 7. 1788 nach heftiger Agitation (Federalists) als 11. Gr√ľndungsstaat die Bundesverfassung Durch seine Wirtschaftskraft und Bev√∂lkerungs-St√§rke nahm der ¬ĽEmpire State¬ę seit der 1. H√§lfte des 19. Jahrhunderts die f√ľhrende Stellung unter den amerikanischen Bundesstaaten ein (1964 von Kalifornien √ľberholt). Politisch besteht seit jeher ein Gegensatz zwischen der riesigen Stadt New York und ihrem weitgehend agrarischen Hinterland (¬ĽUpstate New York¬ę).
 
 
History of the state of N. Y., hg. v. A. C. Flick, 10 Bde. (New York 1933-37);
 P. U. Bonomi: A factious people. Politics and society in colonial N. Y. (New York 1971);
 M. Kammen: Colonial N. Y. A history (ebd. 1975);
 
Geographiy of N. Y. state, hg. v. J. H. Thompson (Neuausg. Syracuse, N. Y., 21980);
 
A history of N. Y. State, Beitrr. v. D. M. Ellis u. a. (Neuausg. Ithaca, N. Y., 1983).
 
II
New York
 
[njuňź 'j…Ēňźk], New York City [- 's…™t…™], gr√∂√üte Stadt der USA, im Bundesstaat New York, an der M√ľndung des Hudson River in den Atlantik (New York Bay). Die Stadt hat eine Fl√§che von 800,2 km2 und (2000) 8,008 Mio. Einwohner (1850: 696 100, 1900: 3,44 Mio., 1950: 7,89 Mio., 1980: 7,07 Mio. Einwohner), Bev√∂lkerungsdichte 10 008 Einwohner/km2; sie bildet zusammen mit weiteren im Umkreis liegenden St√§dten (in den Bundesstaaten New York, New Jersey und Connecticut) eine Consolidated Metropolitan Statistical Area mit (1999) 20,2 Mio. Einwohner (Metropolitan Area). In der Bev√∂lkerung von New York sind alle rassischen, ethnischen und religi√∂sen Gruppen vertreten. Die Wei√üen stellen l√§ngst nicht mehr den Hauptanteil der Bev√∂lkerung, rd. 3,6 Mio. Wei√üen stehen rd. 4,4 Mio. Afroamerikaner, Hispanos, Asiaten u. a. gegen√ľber. Zwischen den einzelnen Gruppen, die meist in geschlossenen Wohnvierteln leben, gab es seit jeher Spannungen.
 
New York ist Sitz des st√§ndigen Hauptquartiers der UNO, Sitz eines katholischen und eines orthodoxen (zum √Ėkumenischen Patriarchat geh√∂renden) Erzbischofs, eines Bischofs der armenischen Kirche sowie Sitz des National Council of the Churches of Christ in the USA und zahlreiche christliche und nichtchristliche Religionsgemeinschaften.
 
An der Spitze stehen (jeweils f√ľr vier Jahre gew√§hlt) der B√ľrgermeister und der Stadtrat (City Council). Die Stadt ist in f√ľnf Bezirke (Boroughs) gegliedert, von denen jeder einer County des Bundesstaates New York entspricht. Zentraler Bezirk der Stadt ist Manhattan (New York County; 59,6 km2, 2000: 1,54 Mio. Einwohner), auf der gleichnamigen Insel zwischen Hudson River, East River und Harlem River. Seine Wolkenkratzersilhouette (Skyline) ist zum Wahrzeichen der Stadt geworden. Im S√ľdteil von Manhattan (Lower M. oder Downtown) liegt um die Wall Street der Finanzdistrikt mit B√∂rsen (New York Stock Exchange) und Banken. N√∂rdlich schlie√üen sich u. a. der Wohnbereich von Greenwich Village (mit K√ľnstlerkolonien), das Hauptgesch√§ftszentrum (Midtown), der Central Park und weitere Wohngebiete bis zum v. a. von Schwarzen und Puertoricanern bewohnten Stadtteil Harlem an. Die Qualit√§t der Wohnbezirke reicht von Luxush√§usern bis zu ausgedehnten Slums, besonders im S√ľdosten (Lower East Side). Von Bev√∂lkerungsgruppen bestimmter nationaler Herkunft sind z. B. ¬ĽChinatown¬ę und ¬ĽLittle Italy¬ę im S√ľd Manhattans bewohnt. Neben Bekleidungsindustrie und Druckereien √ľberwiegen in Manhattan Dienstleistungen wie Einzelhandel (Luxusgesch√§fte an der Fifth Avenue), Kaufh√§user, Verwaltungen von Firmen, Banken, Versicherungen, kulturelle und Bildungseinrichtungen.
 
Von Manhattan durch den East River getrennt, liegt, im S√ľdwestteil von Long Island, der Stadtbezirk Brooklyn (Kings County: 183,9 km2, 2000: 2,47 Mio. Einwohner, davon rd. 40 % Schwarze und √ľber 20 % Hispanos). Er geh√∂rt zum Wohng√ľrtel mit hoher Bebauungsdichte, mehrst√∂ckigen Mietsh√§usern, verbreiteten Slums (Brownsville); daneben Industrie und Hafenanlagen; an der Atlantikk√ľste im S√ľden liegt Coney Island, eine Halbinsel mit Badestrand und Vergn√ľgungsst√§tten.
 
Der sich auf Long Island im Nordosten anschließende Bezirk Queens (Queens County: 282,3 km2, 2000: 2,23 Mio. Einwohner) ist v. a. Wohnviertel der Mittelklasse, die Bebauung ist etwas aufgelockerter.
 
The Bronx (Bronx County: 108,8 km2, 2000: 1,33 Mio. Einwohner, davon fast 40 % Schwarze und √ľber 40 % Hispanos) im Norden der Stadt, von Manhattan durch den Harlem River getrennt, ist der einzige auf dem Festland gelegene Teil von New York. Dieser Bezirk ist ebenfalls √ľberwiegend Wohngebiet; an seiner 130 km ¬ĽWaterfront¬ę finden sich Hafenanlagen, Lagerh√§user und Industriegebiete (u. a. Produktion von Textilien, Maschinen, Papierwaren). Die Bronx ist ein besonderes Problemgebiet; es wird viel getan, um die Ausbreitung der Slums zu verhindern, die Zentren von Rauschgifthandel u. a. Kriminalit√§t sind. Zugleich gibt es in der Bronx gro√üe Spannungen zwischen Schwarzen und Puertoricanern.
 
Staten Island (fr√ľher Richmond) im Richmond County, auch Staten Island Borough: 150,2 km2, 2000: 443 700 Einwohner) auf Staten Island ist der am d√ľnnsten besiedelte Bezirk New Yorks, weist aber seit Fertigstellung (1964) der Verrazano-Narrows-Br√ľcke (Verbindung mit Brooklyn) das gr√∂√üte Bev√∂lkerungswachstum aller Bezirke auf.
 
Zu der gro√üen Anzahl von Universit√§ten und Hochschulen geh√∂ren u. a. City University of New York (gegr√ľndet 1847), New York University (gegr√ľndet 1831), Columbia University (gegr√ľndet 1754), die katholische Fordham University (gegr√ľndet 1841), die katholische Saint John's University (er√∂ffnet 1870), Rockefeller University (gegr√ľndet 1901), Juilliard School (f√ľr Musik, Theater und Tanz; gegr√ľndet 1905). New York hat viele hervorragende Museen, wie Metropolitan Museum of Art, Museum of Modern Art, Guggenheim-Museum, Frick Collection (europ√§ische Malerei des 13.-19. Jahrhunderts), Whitney Museum of American Art, American Museum of Natural History (mit Planetarium), Museum of the American Indian. Das Museum ¬ĽThe Cloisters¬ę im Fort Tryon Park an der Nordspitze Manhattans beherbergt in einem aus Elementen mittelalterlicher Architektur (v. a. franz√∂sischer und spanischer Herkunft) zusammengesetzten Geb√§udekomplex eine Sammlung mittelalterlicher Kunst (Gem√§lde, Bildteppiche, Manuskripte, Skulpturen). Die bedeutendsten Bibliotheken sind die New York Public Library (11 Mio. B√§nde) in Manhattan, die Brooklyn Public Library, die Bibliotheken der Universit√§t (v. a. die der Columbia University), der Forschungsinstitute, der Museen und der wissenschaftlichen Gesellschaften (New York Historical Society, Hispanic Society of America u. a.) sowie die Pierpont-Morgan Library. Als Zentrum des amerikanischen Unterhaltungstheaters, das keine festen Ensembles kennt, sondern f√ľr jede Inszenierung neue zusammenstellt, in denen Stars dominieren, gilt der diagonal durch Manhattan verlaufende Broadway, an dem sich die Theater zwischen der 42. und 66. Stra√üe konzentrieren; hier befindet sich auch das Lincoln Center for the Performing Arts mit der neuen Metropolitan Opera, der New York City Opera, dem New York Philharmonic Orchestra und dem New York City Ballet. Eine ber√ľhmte Konzerthalle ist die Carnegie Hall (s√ľdlich des Central Park). Im Madison Square Garden finden Sport- und kulturelle Gro√üveranstaltungen statt.
 
 
Die besondere wirtschaftliche Bedeutung New Yorks liegt im Dienstleistungssektor, in der Konzentration von Banken u. a. Finanzierungsunternehmen, Versicherungen, Beratungsdiensten, Firmensitzen u. a. Betrieben, die weltweit t√§tig sind. New York ist eine Global City. In Manhattan befinden sich √ľber 450 Hauptkonzernverwaltungen, davon 200 multinationale Unternehmen; besondere Standorte sind die Midtown, zunehmend auch die Downtown (Battery Park City); ein starker Zuwachs an B√ľrofl√§chen erfolgte in den 80er-Jahren. Hinzu kommen gro√üe Medienkonzerne (√úbersicht), Rundfunk- und Fernsehstationen, Buch- und Zeitungsverlage, Beh√∂rden. - Stadt und Gro√üraum N. Y. sind ferner durch eine vielseitige Industrie bestimmt; wichtige Zweige sind u. a. Bekleidungs-, Druck-, chemische Industrie und Hochtechnologie sowie die Herstellung von Konsumg√ľtern. Viele der meist kleineren und mittleren Betriebe sind in das Umland abgewandert, sodass der Stadt Steuern und weniger qualifizierte Arbeitspl√§tze verloren gehen. Dagegen erfordern die T√§tigkeiten in den B√ľros h√∂here Qualifikationen, sodass sich ein Missverh√§ltnis am Arbeitsmarkt herausbildet.
 
Verkehr:
 
Den gewaltigen Verkehr im Stadtgebiet (mit Ausnahme von Staten Island) bew√§ltigt zu mehr als 40 % die Untergrundbahn. Viele Br√ľcken, Tunnel und F√§hren queren die Fl√ľsse und Meeresarme. Die beiden wichtigsten Bahnh√∂fe sind Grand Central Station und Pennsylvania Station. √úber den John F. Kennedy International Airport (im S√ľd von Queens) gehen rd. 40 % des √úberseereiseverkehrs und mehr als die H√§lfte der Au√üenhandelsluftfracht der USA; die Gro√üflugh√§fen La Guardia und Newark dienen besonders dem Inlandverkehr. Die Schifffahrt, einst einer der wichtigsten Wirtschaftszweige, geht im Stadtgebiet seit Jahren zur√ľck; viele der Hafenanlagen an New Yorks ¬ĽWaterfront¬ę (930 km) verfallen, da die einst bedeutende Passagierschifffahrt nahezu ganz eingestellt wurde; einen gro√üen Teil des Frachtverkehrs √ľbernahmen die modernen Container-Verladeanlagen des in New Jersey gelegenen Hafenteils. Der ¬ĽPort of New York¬ę ist einer der gr√∂√üten Seeh√§fen der USA.
 
 
Keiner anderen Stadt der Welt vergleichbar, verk√∂rpert New York den H√∂hepunkt der urbanen Kultur im 20. Jahrhundert Aus der Kolonialzeit sind nur noch wenige Bauwerke erhalten, so die Saint Paul's Chapel (1764-66; Georgian Style). F√ľr Manhattan wurde 1811 der Grundriss der sich rechtwinklig schneidenden Stra√üen festgelegt, ab 1858 entstand die gro√üe Freifl√§che des Central Park (350 ha; Gartenarchitekt war Frederick Law Olmsted, * 1822, ‚úĚ 1903).Wahrzeichen der Stadt wurde die auf Liberty Island am Hafeneingang errichtete Freiheitsstatue (UNESCO-Weltkulturerbe). Bis ins 20. Jahrhundert entstanden Bauten √ľberwiegend in historisierendem Stil, so das Rathaus (City Hall; 1803-12) im Georgian Style und der Formensprache der franz√∂sischen Renaissance, in neugotischem Stil die Trinity und die Grace Church (1879). Auch bei Wohnh√§usern verwendete man die verschiedensten europ√§ischen Stilelemente, einige erhaltene Einzelh√§user und ganze Stra√üenz√ľge wurden unter Denkmalschutz gestellt. Um 1870 hatte New York bereits mehr als 1 Mio. Einwohner Es begann der Bau von Wolkenkratzern. Neben dem auch hier, ungeachtet moderner Materialien und Baumethoden, zu findenden Historismus gab es vielf√§ltige Bauformen (turm-, kasten-, scheiben-, treppenartige Hochh√§user) und Dekorationen: Bayard-Condict Building (1897 bis 1899, L. H. Sullivan, mit gusseisernen und Terrakottaornamenten); Flatiron Building (1902, D. H. Burnham, Stahlger√ľst mit Steinverkleidung im Stil eines italienischen Palazzo); Woolworth Building (1908-13, C. Gilbert, mit gotisierenden Stilelementen) und das Empire State Building. Funktionalismus und internationaler Stil begannen sich ab Anfang der 1950er-Jahre durchzusetzen (Seagram Building, 1954-58, L. Mies van der Rohe und P. C. Johnson; Lever House, 1951-52, G. Bunshaft und SOM; Curtainwall). Diese Entwicklung findet ihren H√∂hepunkt in den mit Ganzglasfassaden verkleideten Hochh√§usern (u. a. United Nations Plaza I und II, 1969-75, K. Roche, J. Dinkeloo). Zwischen 1962 und 1975 entstand der markante, durch seine 415 m und 417 m hohen Doppelt√ľrme gepr√§gte Geb√§udekomplex des World Trade Centers (1973 offiziell eingeweiht) von Yamasaki Minoru (mit ¬ĽEmery Roth & Sons¬ę), der am 11. September 2001 bei einem verheerenden Terroranschlag zerst√∂rt wurde (ein ver√§nderter Wiederaufbau ist geplant). Neben den Bauten des internationalen Stils wurden auch plastisch-skulpturale Bauwerke, wie das TWA-Empfangsgeb√§ude am John F. Kennedy International Airport (1956-62, E. Saarinen u. a.) gebaut. Mit dem Rockefeller Center (1931-40) und dem Lincoln Center for the Performing Arts (1958-68) sowie dem Citicorp Center (1973-78, H. Stubbins) entstanden Gro√ükomplexe mit Freir√§umen und Gr√ľnanlagen. Ford Foundation (1963, Roche, Dinkeloo) und IBM Building (1983, E. L. Barnes) mit ihren √∂ffentlich zug√§nglichen Binnenbereichen sind Beispiele einer profitableren Grundst√ľcksnutzung. Den Einfluss der Postmoderne zeigen u. a. das ehemalige AT + T Building (heute Sony Tower; 1980-84, Johnson, J. Burgee) und das Hochhaus Lexington Avenue (1983-88, H. Jahn). Zahlreiche Museen wurden umgebaut beziehungsweise erweitert (u. a. Guggenheim-Museum, Brooklyn Museum, Metropolitan Museum of Art). Der 2001 begonnene Umbau des Museum of Modern Art (Sieger des Architekturwettbewerbs von 1997 ist der Japaner Tanigushi Yoshio) soll 2003/04 beendet sein. Im Stadtviertel SoHo entstand in einem historischen Ziegelbau von 1881 eine Dependance des Guggenheim-Museums (1991-92, von Isozaki Arata). Zu den bemerkenswerten Stadterneuerungsprojekten geh√∂ren der historischen Theaterdistrikt am Times Square und die an der S√ľdspitze von Manhattan angelegte Battery Park City, die ihre architektonischen Akzente u. a. auch durch die Geb√§ude des World Financial Center (1982-88, C. Pelli) erh√§lt. Als Pendant zur Museumsmeile am Central Park entsteht eine zweite Museumsmeile in Downtown Manhattan, wo bereits einige Museen angesiedelt sind (u. a. Neubau des Museum of Jewish Heritage [Holocaust Museum] von Roche, Dinkeloo & Associates im Battery Park, 1997 er√∂ffnet) und mit dem geplanten Neubau des Guggenheim-Museums nach dem Entwurf (2000) von F. O. Gehry die S√ľdspitze Manhattans um eine weitere Attraktion bereichert werden wird.
 
 
Die 1626 als Fort Neu-AŐ£msterdam gegr√ľndete Hauptstadt Neu-Niederlands kam 1664 mit diesem an England und wurde in New York umbenannt. In der Unabh√§ngigkeitsbewegung sehr aktiv, war die Stadt 1776 f√ľr kurze Zeit Hauptquartier G. Washingtons, wurde dann aber von britischen Truppen und Loyalisten besetzt (bis 1783). 1789-90 war sie Sitz der Bundesregierung und 1784-97 Hauptstadt des Staates New York. Ihr traditionell kosmopolitischer Charakter und ihre verkehrsg√ľnstige Lage erm√∂glichten einen raschen allseitigen Aufstieg, sodass New York schon um 1820 Philadelphia (Pa.) an Bedeutung √ľbertraf. Die Bev√∂lkerung der 1898 als ¬ĽGreater New York¬ę zusammengeschlossenen Stadtteile Manhattan, The Bronx, Brooklyn, Queens und Richmond wuchs schnell; ethnische Vielfalt und extremes soziales Gef√§lle pr√§gen seit langem das Bild der Stadt. Die Abwanderung der Mittelschicht in angrenzende Gebiete, die wachsenden Aufgaben der Stadt (u. a. Sozialf√ľrsorge, Polizei, Verkehrswesen) und die durch administrative Unzul√§nglichkeiten verursachten fiskalischen Probleme f√ľhrten 1975 zu einer schweren Finanzkrise, die eine Intervention des Bundesstaates und der der Bundesregierung erforderte. 1990-94 war mit D. Dinkins erstmals ein Schwarzer B√ľrgermeister von New York; sein Amtsnachfolger R. Giuliani (1994-2001) ging strikt gegen die Kriminalit√§t zur Sicherung von ¬ĽLaw and Order¬ę vor.
 
Am Morgen des 11. 9. 2001 richtete sich im Rahmen einer Anschlagserie ein furchtbarer Terrorangriff gegen das Zentrum der Stadt: Islamistische (dem Terrornetzwerk ¬Ľal-Qaeda¬ę von Osama Bin Laden zugerechnete) Luftpiraten rammten mit zwei zuvor entf√ľhrten Passagierflugzeugen kurz nacheinander die Zwillingst√ľrme des in Manhattan gelegenen und bereits am 26. 2. 1993 von einem Bombenattentat betroffenen World Trade Centers (WTC), eines der Wahrzeichen von New York und zugleich Wirtschafts- und Finanzsymbol der USA sowie der westlichen Welt; nach verheerenden Explosionen brachen die Geb√§ude unter Besch√§digung zahlreicher weiterer in sich zusammen und begruben etwa 2 800 Menschen unter sich (die urspr√ľnglich gesch√§tzte Zahl der Todesopfer des Anschlags lag wesentlich h√∂her bei √ľber 6 000). In dem tagelang von dichten Rauch- und Staubwolken umh√ľllten s√ľdlichen Teil von Manhattan, den B√ľrgermeister Giuliani zeitweise evakuieren lie√ü und dessen √∂ffentliches Leben anf√§nglich gel√§hmt war (sogar Schlie√üung der amerikanischen B√∂rse f√ľr vier Tage), leitete man eine bis dahin beispiellose wochenlange Bergungs- und Rettungsaktion ein. Am ¬ĽGround Zero¬ę, dem zerst√∂rten WTC-Areal, konnte erst Ende Dezember 2001 der riesige Schwelbrand gel√∂scht werden. Hier plant man den Bau eines neuen Welthandelszentrums mit B√ľro- und Gesch√§ftsh√§usern, die aber nur halb so hoch wie die zerst√∂rten, ehemals 110-geschossigen Zwillingst√ľrme werden sollen. Die B√ľrgermeisterwahl im November 2001 gewann der Medienunternehmer und Milliard√§r Michael R. Bloomberg.
 
 
R. G. Albion u. J. B. Pope: The rise of N. Y. port. 1815-1860 (Neuausg. New York 1970);
 I. Rosenwaike: Population history of N. Y. City (Syracuse, N. Y., 1972);
 N. Glazer u. D. P. Moynihan: Beyond the melting pot. The negroes, Puerto Ricans, Jews, Italians, and Irish of N. Y. City (ebd. 71976);
 
N. Y. The centennial years, 1676-1976, hg. v. M. M. Klein (Port Washington, N. Y., 1976);
 H. Teifer: N. Y. (1982);
 S. Lietzmann: N. Y. (31983);
 R. Starr: The rise and fall of N. Y. city (New York 1985);
 K. Brake: Phönix in der Asche - N. Y. verändert seine Stadtstruktur (1988);
 
Die Janusgesichter des Booms. Strukturwandel der Stadtregionen N. Y. u. Boston, hg. v. U. Becker u. a. (1989);
 
Manhattan, die Architektur einer Metropole, bearb. v. D. M. Reynolds (a. d. Engl., 1989);
 
N.-Y.-Architektur 1970-1990, hg. v. H. Klotz, Ausst.-Kat. (1989);
 R. Plunz: A history of housing in N. Y. City (New York 1990);
 L. Winnick: New people in bad neighborhood. The role of new immigrants in rejuvenating N. Y.'s communities (ebd. 1990);
 
Dual City. Restructuring N. Y., hg. v. J. H. Mollenkopf u. M. Castells (ebd. 1991);
 A. Windhoff-Héritier: City of the poor, city of the rich. Politics and policy in N. Y. City (Berlin 1992);
 J. Schwartz: The N. Y. approach. Robert Moses, urban liberals, and redevelopment of the inner city (Columbus, Oh., 1993);
 
N. Y. Strukturen einer Metropole, hg. v. H. Häußermann u. W. Siebel (21994).
 

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1New York ['nju:'j…Ē:k]: Stadt in den USA.
‚ÄĒ‚ÄĒ‚ÄĒ‚ÄĒ‚ÄĒ‚ÄĒ‚ÄĒ‚ÄĒ
2New York; - -s: Bundesstaat der USA.

Universal-Lexikon. 2012.

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